Marketing & Business Model Canvas

Wofür willst du erinnert werden?

Was versprichst du deinen Kunden wirklich? Und wer genau ist dein Kunde überhaupt? Fragen, die einfach klingen und es nicht sind. 

In den vergangenen Wochen haben die Teilnehmenden des Gründerwettbewerbs Nordhessen genau daran gearbeitet, in Workshops, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber alle auf dasselbe einzahlen: Klarheit über das eigene Vorhaben.

Marketing: Erst Klarheit, dann Kommunikation

"Marketing ist kein Lauter-Sein mehr. Es ist Klarer-Sein." Diese zentrale Botschaft von Daniel Petersen, Leiter der Kasseler Agentur Bestes Pferd im Stall und seit 16 Jahren Dozent für Marketing, zog sich durch den gesamten Workshop.

Keine Theorie vorab, keine langen Einführungen. Stattdessen sofort die Kernfragen: Wofür willst du erinnert werden? Was ist dein Narrativ? Wer ist dein Mensch? Die anfängliche Zurückhaltung im Raum war spürbar, und sie war berechtigt. Denn diese Fragen klingen einfach, haben aber Tiefe. Sie verlangen echte Klarheit über das eigene Vorhaben.

In der Co-Creation-Phase haben die Teilnehmenden genau das erarbeitet: ihre Markenidentität auf das eigene Vorhaben angewendet, formuliert, hinterfragt, neu formuliert. Die Überforderung des Anfangs schlug in produktive Energie um. "Ein wirklich spannender Tag mit viel Austausch und wertvollen Eindrücken", so Stipendiatin Meike Bohland.

Die zentrale Erkenntnis des Tages: Wer weiß, wofür er erinnert werden möchte, kommuniziert überzeugender. Klingt selbstverständlich, ist es aber selten.

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Geschäftsmodell auf einer Seite: Das Business Model Canvas

Das Business Model Canvas, entwickelt von Alexander Osterwalder, bringt ein Geschäftsmodell auf eine einzige Seite. Neun Felder, die zusammen die wichtigsten Fragen eines Unternehmens abbilden: Wer sind die Kunden? Was ist das Versprechen an sie? Wie werden sie erreicht und gehalten? Womit wird Geld verdient? Und was braucht es intern, um das alles umzusetzen? Was das Modell auszeichnet: Es ist kein Dokument, das man einmal ausfüllt. Es ist ein Denkwerkzeug.

Wer frühphasig unterwegs ist, schreibt im Business Model Canvas zunächst vor allem eines: Hypothesen. Das war eine der ersten Aussagen von Workshopgeber Merlin Kothe von Kothe Consulting und gleichzeitig der Grund, warum das Werkzeug so wertvoll ist: Es zwingt dazu, Annahmen sichtbar zu machen.

Über zwei Online-Sessions hat die Gruppe alle neun Felder durchgearbeitet, diskutiert und auf die eigenen Vorhaben angewendet. Die einfache Oma-Probe zog sich durch beide Termine: Formuliert eure Idee so, dass eure Oma sie sofort versteht. Klingt simpel, trifft aber einen Nerv. Wer sein Modell nicht klar erklären kann, hat es noch nicht klar genug gedacht.

Was dabei immer wieder auftauchte: Die einfachsten Fragen sind die härtesten. Für wen genau? Welches Problem wirklich? Und was braucht es jeden Tag, damit das Modell funktioniert?

Die Arbeit läuft

Die Workshops zeigen, was der Gründerwettbewerb Nordhessen leisten möchte: keinen fertigen Fahrplan liefern, sondern Räume schaffen, in denen essenzielle Fragen entstehen. Was aus diesen Fragen wird, entscheiden die Teams selbst. Die Arbeit läuft.

Wer selbst Teil der nächsten Runde werden möchte, findet alle Infos zum Wettbewerb auf dieser Website.